Der Bürgerspiegel:

Geliebt, gefürchtet und manchmal auch gehasst - aber immer auf der Seite der Leser!

Ein Kommentar von Henrie Laib

Als wir im Jahre 2006 die erste Ausgabe des BÜRGERBLICK planten, wurden wir von einem großen Oldenburger Verlag nur müde belächelt. „Die halten keine 3 Monate durch”, hieß es. Doch schon nach der ersten Ausgabe im April 2006 schickten sie uns einen Anwalt auf den Hals, der das Firmenlogo eines Saterländer Unternehmens auf Seite 1 abmahnte. Das sei wettbewerbsrechtlich nicht erlaubt, schrieb der Rechtsvertreter des Verlags. Monate später hatte der große Verlag dann selbst mit dem Wettbewerbsrecht zu kämpfen.

Zu Beginn erschienen wir nur in Barßel und im Saterland. Wir waren bunter, schriller, boulevardesker als heute und haben schon mit der ersten Ausgabe kein Blatt vor den Mund genommen. Unser Ziel war es, eine Anzeigenzeitung auf den Markt zu bringen, die sich abhebt vom sonstigen Allerlei. Wir wollten anders sein, sowohl in der Aufmachung, im redaktionellen Teil, vor allem aber in der Qualität unserer Firmenporträts. Wir legen bis heute Wert auf guten Journalismus, auf exklusive Themen, auf Firmenporträts, die beim Leser hängenbleiben. Unser Erscheinungsgebiet ist heute das Dreieck Nordkreis Cloppenburg, Ammerland und Ostfriesland. So müssen die Geschäftsleute des Einzelhandels und die Handwerksbetriebe nicht in drei Ausgaben inserieren, um ihre Kunden zu erreichen. Unsere Anzeigenkunden sind froh über das Verbeitungsgebiet. Dadurch erreichen sie mit nur einer Anzeige ihre Kunden in drei Landkreisen. Und genau deswegen sind wir dem Oldenburger Verlag ein Dorn im Auge.

Was hier in unserer Region kaum einer mitbekommen hat, kann ein jeder auf Wikipedia nachlesen. Der große Verlag, der sich 2006 uns gegenüber noch als Hüter des Wettbewerbsrechts aufgespielt hat, geriet kurz danach ganz bitter ins Visier des Bundeskartellamtes. Die Oldenburger hatten sich all die Jahre am Kartellamt vorbei, „unrechtmäßig“ an anderen Zeitungen beteiligt - Beteiligungen, die dem Kartellamt hätten gemeldet werden müssen. Nach einer Durchsuchung des Verlagshauses im Juni 2006 wurden sie abgemahnt und das größte Entflechtungsverfahren der vergangenen Jahre in der Verlagsbranche eingeleitet. Der Fall sorgte Anfang 2007 bundesweit für Aufmerksamkeit. Insider sprechen davon, dass der Oldenburger Verlag für seine Vergehen eine Millionenstrafe haben zahlen müssen.

Plötzlich schossen in der Region neue Zeitungen wie Pilze aus dem Boden. Offenbar witterten viele kleine und größere Verleger Morgenluft, nachdem der große Oldenburger Verlag vom Bundeskartellamt so herb abgemahnt wurde. Doch keine der neuen Zeitungen hielt lange durch. Weil jeder einzelne von ihnen dem Platzhirsch aus Oldenburg ebenfalls ein Dorn im Auge war. Nach und nach wurden vom großen Oldenburger Verlag neue Anzeigenblätter ins Leben gerufen und gegen die Konkurrenten in Stellung gebracht. Einzig aus dem Grund, den Neulingen durch Anzeigen-Dumpingpreise die Kunden abzujagen. Keiner konnte diesem Zeitungskrieg standhalten. Neue Zeitung, Oldenburger Allgemeine, Aper oder Westersteder Bürger - alle wurden plattgemacht. Nur der BÜRGERSPIEGEL ist noch da.

Unser Name ist jetzt zwar neu, aber die alten Attacken des großen Zeitungsverlages gegen uns gehen unbeirrt weiter. Sie wollen uns einfach nicht neben sich dulden. Dabei vergessen diese Verlagsoberen in Oldenburg, dass ihre Macht nur geliehen und jeder von ihnen ersetzbar ist. Anstatt sich um ihre eigenen Anzeigenblätter zu kümmern und deren journalistische Qualität zu verbessern, haben sie sich auf uns eingeschossen.

Mit ihrem Monatsblättchen „Blickpunkt” wollen sie uns nun die Anzeigenkunden abjagen, indem sie nach unserer Meinung - wie in den Jahren zuvor - mit Dumpingpreisen operieren und - sofern wir von treuen Kunden richtig informiert wurden - sogar Anzeigen verschenken. Was geht wohl in den Köpfen solcher hoch bezahlten Manager vor, dass sie es nötig haben, uns mit solchen erbärmlichen Mitteln in die Knie zwingen zu wollen? Dabei schreibt das Blättchen jeden Monat rote Zahlen, sofern wir von Insidern korrekt informiert wurden. Was hier für ein Aufwand betrieben wird, um unsere Anzeigenkunden zu ködern, ist jenseits von Anstand und Würde. Anstatt sich dem Wettbewerb mit fairen Methoden zu stellen, indem sie sich einfach verbessern - in der Verteilung, in der grafischen Gestaltung, in der Themenauswahl - versuchen sie es immer und immer wieder mit fiesen Methoden, die bis unter die Gürtellinie gehen.

Doch ein solches Preisdumping ist wettbewerbswidrig (§ 4 Ziff. 10 UWG). Das gilt besonders dann, wenn Preise verlangt werden, die unterhalb des Einstandspreises liegen, so unsere Anwaltskanzlei aus Hamburg. Ganz zu schweigen davon, was das Bundeskartellamt dazu sagen würde, wenn Anzeigen an Kunden verschenkt werden.

Es scheint, als habe der große Verlag aus dem Skandal von 2006 nichts gelernt. Anders ist dieser Verdrängungswettbewerb nicht zu verstehen. Und wenn sie dann ihr Ziel erreicht und den gesamten nordwestdeutschen Zeitungsmarkt für sich alleine haben, werden sich jene Anzeigenkunden, die bei diesem miesen Spielchen mitgemacht haben, die Augen reiben, wenn plötzlich die Anzeigenpreise wieder enorm in die Höhe schießen. Aber noch sind wir da und der BÜRGERSPIEGEL wird auch so schnell nicht aufgeben. Mit Ilhan Coskun steht uns jetzt ein ehemaliger Praktikant zur Seite, den wir all die Jahre in seiner Karriere als TV-Kameramann und Kamerareporter unterstützt haben. Das zahlt sich jetzt für uns aus. Denn längst ist der 26-Jährige ein Profi in seinem Fach und auch auf dem Gebiet der Printmedien und der Anzeigenakquisition kein Anfänger mehr. So schnell wird der BÜRGERSPIEGEL nicht zu Grabe getragen.

Derzeit wird bei den Oldenburgern Reinschiff gemacht. Einige Herren aus der Chefetage, die dem BÜRGERSPIEGEL den Krieg erklärt haben, mussten ihre geliehene Macht mal schnell an der Verlagspforte abgeben. Sie wurden geschasst. Neue Führungskräfte wurden eingesetzt. Darunter solche, die noch Anstand und Ehre im Leib haben und die auf Grund familiärer Schicksalsschläge genau wissen, dass auch im Geschäftsleben ein wenig Demut von Vorteil sein kann. Die Zeit jener, die vor lauter Selbstüberschätzung und Hochmut glaubten, dass sie sogar über dem Gesetz stehen, ist abgelaufen. Das lässt uns hoffen.

Herzlichst Ihr
Eberhard Henrie Laib